Altersvorsorge 2020: Linke Gegner, rechte Befürworter?

Bekanntlich werben vor allem Exponenten der Mitteparteien und der gemässigten Linken für die Altersreform 2020, während an vorderster Front hauptsächlich die FDP gegen die Vorlage kämpft. Die SVP, hingegen, verhält sich in der Abstimmungskampagne auffällig unauffällig. Dafür ist spätestens seit dem Aufruhr darüber, dass nur linke Reformgegner ihre Argumente im Abstimmungsbüchlein publizieren dürfen allgemein bekannt, dass es auch von ganz links Opposition gegen die Renteneform gibt. Wird es bei der Abstimmung im September also keine klassische Links-Rechts Konstellation geben wie üblicherweise bei wirtschaftlichen Vorlagen? Erste Anhaltspunkte zu dieser Frage bieten Daten, welche wir im Rahmen unseres Umfrageexperiments gesammelt haben. Continue reading

Altersvorsorge 2020: Welche Argumente stechen?

Gemäss dem Prognosemarkt von 50plus1 liegen die BefürworterInnen der Rentenreform in Führung. Sowohl bei der Altersvorsorge als auch bei der Zusatzfinanzierung betragen die Annahmewahrscheinlichkeiten etwa 70%. Der Ausgang ist aber noch völlig offen. Der Abstimmungskampf wird erst nach den Sommerferien so richtig Fahrt aufnehmen und die Abstimmung entscheiden. Hinzu kommt, dass die Reform nur zu Stande kommt, wenn die Stimmbevölkerung beiden Vorlagen zustimmt. In Bezug auf die Zusatzfinanzierung ist nicht nur das Volksmehr, sondern auch das Ständemehr erforderlich.

Um herauszufinden, welche Argumente im Abstimmungskampf voraussichtlich überzeugen und mobilisieren werden, hat 50plus1 vom 27. Juli bis zum 3. August auf Facebook ein Umfrageexperiment durchgeführt. Daran haben 312 Personen teilgenommen. Es handelt sich um ein Experiment, weil die Teilnehmer zufällig mit jeweils einem Argument für oder gegen die Rentenreform konfrontiert wurden, bevor wir sie nach ihrer Meinung zur Rentenreform gefragt haben. Continue reading

Trotz Umfragen: Prognosemarkt sagt Ergebnis zum Energiegesetz zielsicher voraus

Das Energiegesetz hat einen Ja-Stimmenanteil von 58 Prozent erzielt. Der Prognosemarkt hat eine Annahme in dieser Grössenordnung seit März durchgehend vorhergesagt. Und dies obwohl die Umfragen zuletzt auf ein knappes Ergebnis gedeutet haben.


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Weshalb liegen GfS und Tages-Anzeiger bei den Umfrageergebnissen so weit auseinander?

Heute haben GfS und der Tages-Anzeiger die erste Welle ihrer Umfragen zu den Abstimmungen vom 12. Februar publiziert. Sie kamen dabei auf sehr unterschiedliche Zustimmungswerte für die drei Vorlagen. So liegen die Zustimmungswerte bei GfS durchwegs deutlich höher als in der TA-Umfrage, wobei in Bezug auf die erleichterte Einbürgerung für Personen der dritten Generation der Unterschied nicht weniger als 24 Prozent beträgt. Wie ist es möglich, dass zwei Umfragen mit derselben Fragestellung auf derart unterschiedliche Resultate stossen? Die Frage ist berechtigt, denn beide Urheber behaupten, dass sie Momentaufnahmen für die ganze Stimmbevölkerung abbilden. Dies ist aber ganz offensichtlich nicht der Fall. Continue reading

Umfragewerte über hohe Zustimmung der SP-Wählerschaft verändern Prognosen zur USR III nicht

Am 1. Januar hat der SonntagsBlick Umfragewerte zur USRIII publiziert. Es handelt sich dabei um Zustimmungswerte von SP-Wählern zu drei Zeitpunkten seit Mitte September. Die Umfrage wurde gemäss SonntagsBlick im Auftrag von Economiesuisse von gfs.bern durchgeführt. Die Umfragewerte zeigen für die SP-Wähler einen Trend zum Ja bei Abnahme der Unentschiedenen und des Nein-Lagers. Die Werte sollen zeigen, dass die SP ihre Wähler nicht von ihrer Parteiparole überzeugen kann, sondern dass selbst diese ins Ja-Lager wechseln. Continue reading

Antwort auf Daniel Bochsler’s Einwand bezüglich 3. Generation

Lieber Daniel (Bochsler),

Danke, für Deinen Kommentar zu unserem letzten Post und dem entsprechenden Artikel im Tagesanzeiger! Dein Einwand ist berechtigt: Bei der Volksabstimmung wird es nur teilweise um jene Personen gehen, welche ich als dritte Generation bezeichnet habe (alle, die mindestens einen Grosselternteil aber keinen Elternteil haben, der im Ausland geboren ist). Da ich keine Auskunft über die Staatsbürgerschaft der Grosseltern habe und es sich in meinem Sample um Schweizer Staatsbürger handelt, kann ich nur eine Annäherung an die Zielgruppe der Initiative machen (die bekanntlich sehr klein ist). Wie Du richtig sagst, geht es in erster Linie (so viel ich weiss aber nicht nur) um jene Personen, bei denen alle vier Grosselternteile im Ausland geboren sind. In unten stehender Grafik habe ich deren Links-Rechts-Positionierung mit all jenen die nur ein, zwei oder drei im Ausland geborene Grosselternteile haben, verglichen. Es gilt dabei nochmals darauf hinzuweisen, dass das Sample sehr klein ist (für diese Analyse N=112). Continue reading

Ist die dritte Generation links?

Am 12. Februar des nächsten Jahres hat die Schweizer Stimmbevölkerung über eine Vorlage zu befinden, die eine erleichterte Einbürgerung für AusländerInnen der dritten Generation vorsieht. Bei solchen Vorlagen wird jeweils der Vorwurf erhoben, dass die Linke ihr Wählerpotential vergrössern wolle. Es ist davon auszugehen, dass die Contra-Seite dieses Argument im Abstimmungskampf verwenden wird. Wie steht es nun um die politischen Einstellungen der 3. Generation? 50plus1 stellt empirische Ergebnisse vor. Continue reading

Bei den Referenden bleibt alles offen

In einem Monat wird gleich über vier Vorlagen abgestimmt. Auf Basis der ersten GfS-Umfragewerten und anderen Grössen hat 50plus1 hat eine erste Vorhersage errechnet. Während die beiden Initiativen scheitern dürften, ist bei den Referenden noch alles offen. Continue reading