Überschätzte Medienberichterstattung bei der Bundesratswahl

Die Berichterstattung zu Bundesratswahlen nimmt über die letzten Jahrzehnte deutlich zu. Gemäss Linards Udris, Jens Lucht und Jörg Schneider von der Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög) ist die zunehmende kommerzielle Medienlogik Grund dafür. Bundesratswahlen entsprechen dieser Medienlogik, da sie es erlauben zu personalisieren und über ein Kopf-an-Kopf-Rennen zu berichten. Das sagt die Theorie.
Im Fall der jüngsten Bundesratswahlen nahmen es aber die wenigsten Politikinteressierten den Medien ab, dass die Bundesratswahlen Spannung versprachen. Dies zeigt ein Blick auf die Wahlwahrscheinlichkeiten der verschiedenen Kandidaten, welche auf dem Prognosemarkt von 50plus1 seit anfangs August gehandelt wurden (siehe Abbildung). Continue reading

Pikantes zur Masseneinwanderungs-Initiative

Nach der Abstimmung ist vor der Abstimmung. Nur einen Tag nach dem Volksverdikt vom vergangenen Sonntag warb der Bundesrat vor den Medien für eine Ablehnung der Masseneinwanderungs-Initiative der Schweizerischen Volkspartei (SVP). Dabei stach ins Auge, dass gleich drei Mitglieder der Landesregierung an der Pressekonferenz teilnahmen. Damit signalisierte der Bundesrat, wie stark ihm ein Nein am 9. Februar des kommenden Jahres am Herzen liegt. In der Tat steht viel auf dem Spiel. Nach Ansicht der Gegner stellt die Forderung der Initiative, Höchstzahlen und Kontingente für Aufenthaltsbewilligungen von sämtlichen AusländerInnen einzuführen, das Personenfreizügigkeitsabkommen mit der Europäischen Union (EU) in Frage. Continue reading