About Laurent Bernhard

Laurent Bernhard ist wissenschaftlicher Mitarbeiter (Senior Researcher) am FORS (Universität Lausanne). Er hat hat sich in seiner Dissertation mit den Strategien politischer Akteure im Rahmen von eidgenössischen Abstimmungskampagnen beschäftigt.

Öffentliche Krankenkasse: Warum hat sich die SP das angetan?

„Die Linke in der Schweiz kann es einfach nicht lassen! Immer wieder lanciert sie Volksinitiativen im Gesundheitsbereich. Aufgrund vergangener Abstimmungsresultate sollten doch die SP und ihre Verbündeten mittlerweile wissen, dass ihre Vorhaben zum Scheitern verurteilt sind.“ Dies war der Tenor der Rückmeldungen auf meinen Beitrag vom 17. August über die Erfolgsaussichten der von der SP lancierten Volksinitiative zur öffentlichen Krankenkasse. Ein Leser, der sich als SVP-Sympathisant ausgibt, wirft gar die Frage auf, ob die Linke im Allgemeinen und die Sozialdemokraten im Speziellen ideologisch borniert seien angesichts der Aussichtslosigkeit des neusten Unterfangens, über das am 28. September abgestimmt wird. Continue reading

Öffentliche Krankenkasse: Erneutes Debakel für die Linke?

Sechs Wochen vor dem Abstimmungstermin liefert 50plus1 eine Vorschau auf die Volksinitiative «für eine öffentliche Krankenkasse».

Seit der Einführung des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) im Jahre 1996 zeichnet sich die Schweizerische Gesundheitspolitik durch eine ausgeprägte Reformunfähigkeit aus. Sieht man von technischen Anpassungen im Rahmen der 1. KVG-Teilrevision und den Neuregelungen in der Spitalfinanzierung als Überbleibsel der zweiten Revision ab, verharrte dieser Politikbereich faktisch im Stillstand. Wie die Analyse von Uhlmann & Braun (2011) nachgezeichnet hat, sind in den letzten Jahren trotz stark ansteigender Gesundheitskosten und Krankenkassenprämien nicht nur im Parlament, sondern auch an der Urne zahlreiche Vorhaben gescheitert. Continue reading

Erste Resultate der APS-Inserateanalyse

Heute liegen zum ersten Mal bereits am Abstimmungstag provisorische Resultate zur APS-Inserateanalyse vor. Dabei hat das Team von Année Politique Suisse 56 Titel der Schweizer Presse während den letzten acht Wochen vor dem Abstimmungsdatum berücksichtigt. Insgesamt wurden mehr als 2000 Inserate erhoben. Pro untersuchte Zeitungsausgabe fand sich im Durchschnitt eine Anzeige. Wie aus unten stehender Tabelle hervorgeht, zeichnete sich Inseratetätigkeit nach Vorlage und Lager durch starke Gegensätze aus.

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Gripen – Grundsatzdebatte oder Kostenfrage?

Der Urnengang vom 18. Mai steht vor der Tür. Es zeichnet sich ab, dass von den vier eidgenössischen Vorlagen jene über die Finanzierung der Gripen-Kampfjets die grösste Aufmerksamkeit in der öffentlichen Debatte auf sich ziehen wird. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass sich momentan nur zu dieser Abstimmung keine verlässliche Aussage über den Ausgang machen lässt (50plus1 hat darüber berichtet). Beim Gripen is also für Spannung gesorgt. Continue reading

42:660 bei der 1:12-Initiative

Wie der in diesen Tagen erscheinenden APS-Inserateanalyse November 2013 zu entnehmen ist, wurden in der Schweizer Presse am meisten Anzeigen zur 1:12-Initiative der JUSO geschaltet. In den letzten acht Wochen vor dem Abstimmungstermin erhob das Team des an der Universität Bern angesiedelten Projektes Année Politique Suisse in den 56 untersuchten Zeitungen nicht weniger als 991 Inserate. Davon entfielen deren 702 auf die 1:12-Initiative. Damit stellte sie die anderen zwei Vorlagen nicht nur was die redaktionelle Medienberichterstattung anbetrifft, sondern auch im gekauften Raum in den Schatten. Zum Nationalstrassenabgabegesetz wurden 251 Inserate geschaltet. Die mit Abstand geringste Intensität liess sich bei der Familieninitiative der SVP feststellen. Hier wurden lediglich 38 Inserate ausfindig gemacht. Continue reading