Die zweite Welle von GfS in Prognosen übersetzt

Gestern hat GfS Bern die Umfragewerte zur zweiten Welle vor der Volksabstimmung am 22. September publiziert. Wie das GfS-Team jeweils betont, handelt es sich bei den Umfragen um keine Vorhersagen sondern um Bestandsaufnahmen. Wie nach der ersten Welle der GfS Umfragen, habe ich auch diesmal versucht aus den Umfragewerten Prognosen herzuleiten. Auf Basis der Analyse von 36 Vorlagen seit Juni 2008 komme ich für das Epidemiegesetz und die Liberalisierung der Öffnungszeiten von Tankstellenshops jeweils auf ein knappes Ja und für die Abschaffung der Wehrpflicht auf ein deutliches Nein. Nur bei der dritten Vorlage kann aber eine klare Vorhersage bezüglich des Abstimmungssiegers gemacht werden. Continue reading

Volksabstimmungen vom 22. September: GfS Umfrage und Prognosemarktwerte im Vergleich

Im letzten Blog-Beitrag habe ich versucht von den Umfragen der ersten GfS Welle Vorhersagen für die Volksabstimmungen am 22. September herzuleiten. Neben Umfragen ermöglichen auch Prognosemärkte Vorhersagen über den Ausgang von Abstimmungen. In diesem Beitrag vergleiche ich die Vorhersagen, welche der Prognosemarkt von politikprognosen.ch generiert, mit jenen, welche ich von der ersten GfS Trendumfrage abgeleitet habe. Im Gegensatz zu den Umfragewerten sagt der Prognosemarkt einen höheren Ja-Stimmenanteil für das Epidemiegesetz vorher. Bei den Vorlagen zur Aufhebung der Wehrpflicht und der Liberalisierung der Öffnungszeiten von Tankstellenshops stimmen Umfrage- und Prognosemarktwerte in etwa überein. Continue reading

Die erste Welle der GfS Umfrage in Prognosen übersetzt

GfS Bern führt für die meisten eidgenössischen Abstimmungen zwei Umfragewellen durch. Letzte Woche erschien die erste Welle der Gfs Umfragen für die Volksabstimmungen am 22. September. Für die Aufhebung der allgemeinen Wehrpflicht sprachen sich 35 Prozent aus, 57 Prozent sind dagegen und 8 Prozent blieben noch unentschieden. Für das Epidemiegesetz gab es eine Mehrheit von 49 Prozent (39 Prozent dagegen, 12 Prozent unentschieden) und für die Liberalisierung der Öffnungszeiten von Tankstellenshops wollten 46 Prozent votieren (47 Prozent dagegen, 7 Prozent unentschieden). Wie das GfS-Team jeweils betont, handelt es sich bei den Umfragen um keine Vorhersagen sondern um Bestandsaufnahmen. Ausserdem unterliegen diese einem Stichprobenfehler und können aufgrund von Problemen bei der sogenannten “Gewichtung”, mit welcher Repräsentativität der Stichprobe zu erstellen versucht wird, um mehrere Prozentpunkte vom wahren Wert abweichen. Continue reading

Sagt die Anzahl Unterschriften etwas über das Abstimmungsresultat aus?

Für das Erreichen eines Referendums muss ein Referendumskomitee 50’000 gültige Unterschriften einreichen, für eine Volksinitiative muss ein Initiativkomitee 100’000 Unterschriften sammeln. Immer wieder werden aber wesentlich mehr als die notwendigen Unterschriften eingereicht. Zuletzt bei den Gegnern der Erhöhung des Preises für Autobahnvignetten. Wie in der Schweizer Presse zu lesen war hat das Referendumskomitee bereits über 100’000 Unterschriften bei der Bundeskanzlei eingereicht. Was bedeutet die Anzahl eingereichter Unterschriften für den Ausgang der Abstimmung? Continue reading

Verhaltenspsychologie und die Effizienz von Prognosemärkten (Teil 2)

Wie ich im letzten Beitrag zu erklären versucht habe, dürften einige Einsichten aus Daniel Kahnemans Bestseller “Thinking, Fast and Slow” auch für Prognosemärkte relevant sein. Nobelpreisträger Kahneman hat in seinen vielen Studien wichtige Annahmen der klassischen Ökonomie über das Verhalten von Individuen widerlegt und ihr alternative Theorien gegenübergestellt. Wie so viele ökonomische Theorien basieren auch jene Theorien, welche die Effizienz von Prognosemärkten begründen, auf den Annahmen ökonomischer Rationalität. Die “Verletzung” der Rationalitätsannahmen ist auf Prognosemärkten geringer als in anderen Lebenssituationen. Denn die rationalen Teilnehmer können von Entscheidungen nicht rationaler Teilnehmer profitieren und stellen damit Effizienz her. Eine notwendige Begrenzung ökonomischer Anreize und damit einhergehend ein begrenzter Zeitaufwand der rationalen Teilnehmer dürften aber dazu führen, dass auch auf Prognosemärkten nicht alle irrational gefällten Entscheide ausgeglichen werden. Welche typischen Verhaltensmuster, welche nicht der ökonomischen Rationalität entsprechen, können auf dem Prognosemarkt erwartet werden? Continue reading